Minen­jagd­boot Marburg

Aufräumen nach dem zweiten Golfkrieg

Minenjagd­boot Marburg

Aufräumen nach dem zweiten Golfkrieg

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3. Quartal 1991 - Minenabwehrverband Südflanke

Der Antritt meines erkämpften, neuen Kommandos, für mich als DDG-Fahrer wirklich etwas ganz Neues, brachte mich als erstes in die Wachmeisterei des 6. Minensuchgeschwaders in Wilhelmshaven. Ich stand also vor dem Tresen des Wachmeisters und wartete, dass ich an der Reihe bin – beim Quartalswechsel sind, wie überall bei der Bundeswehr, natürlich viele Neuzugänge, weshalb die Wachmeisterei sehr gut besucht war – da sehe ich schon einen Soldaten in weiß auf den Tresen zueilen. Nein, es war kein Smut sondern ein Sani. Und als ob ich es geahnt hätte fragt dieser auch gleich mit kräftiger Stimme, ob hier jemand von der Lütjens sei. Ich konnte dies nicht verleugnen und durfte gleich mitkommen. Der Sani erzählte mir dann, dass was ich schon wusste - die Lütjens ist von ihrer letzten Fahrt mit Salmonellen zurück gekommen. Und ich solle nun erst einmal belegen, dass ich nicht erkrankt sei, um eine Ansteckung der anderen Kameraden zu vermeiden. Dieser Beweis konnte jedoch nur durch sechs Stuhlproben im Abstand von zwei Tagen erbracht werden. Mit anderen Worten ich konnte meine Unversehrtheit nicht rechtzeitig vor Abflug in den Persischen Golf belegen. Was war ich enttäuscht!
Okay ich konnte es nicht ändern und bekam von der Wachmeisterei meine Stube – ja eine Steinschiff Stube – und eine eigene Toilette zugewiesen.

Ich hatte nun jeden zweiten Tag im San-Bereich meine Stuhlprobe abzugeben. Irgendwie konnten die dann aber mit mir nichts anfangen, weshalb ich noch in der gleichen Woche nach Hause durfte und in Kiel in einem Labor meine Proben abzugeben hatte. Nach nicht ganz zwei Wochen stand dann fest, dass ich mich nicht angesteckt und keine Salmonellen hatte. Golf ich komme...

Es dauerte dann aber noch etwas, da der nächste und letzte Wechsel erst noch anstand. Also durfte ich in der Wachmeisterei etwas aushelfen, was für mich als Seefahrer natürlich überhaupt nicht prickelnd war. So habe ich jedoch auch hier einmal einen Einblick bekommen und konnte die Vorbereitungen für den nächsten Austausch ein wenig begleiten. Während die anderen Soldaten ihre Kaki-Bekleidung in der StoV erhielten – ich hatte meine noch von der Lütjens – durfte ich Akten sortieren. In der Wachmeisterei war noch ein Kamerad zur Aushilfe, der auch auf seinen Golf-Einsatz wartete. Mit dem habe ich mich sehr gut verstanden und wir sind ab und zu Abends mal los getigert.

Nun war es endlich soweit, es sollte losgehen in Richtung Bahrain, dem Liegeplatz des Deutschen Verbandes. Ich, der ich eigentlich zur Besatzung der Düren gehörte, sollte nicht auf die Schleswig – die Besatzung der Düren fuhr auf der Schleswig, da das eigene Boot damals im Golf nicht zum Einsatz gekommen war – sondern wurde auf die Marburg eingeschifft, wo ein E-Gast gerade Vater geworden war und deshalb die Heimreise antreten durfte.
Es ging verdammt früh mit dem Bus Richtung Schleswig los. Unser erstes Etappenziel hieß Fliegerhorst Jagel. Dort stiegen wir dann um in eine Tupolew, einem Flieger aus dem Bestand der Volksarmee. Die Tupolew, welcher Typ genau kann ich leider nicht sagen, war eigentlich sehr bequem und brachte uns sicher zu unserem geplantem Zwischenstopp auf Griechenland – wo genau weiß ich leider auch nicht mehr, vielleicht erinnert sich ja jemand und schreibt es mir. Der Zwischenstopp war nötig, da unser Flieger aufgetankt werden musste. Das wir den Flieger fürs betanken verlassen mussten ist okay, aber dass wir auf dem Rollfeld warten mussten, war bestimmt nicht ganz richtig. Nach dem Auftanken ging es weiter direkt zu unserem Ziel, Bahrain im Persischen Golf.

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